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23. November 2018

Xaver Fleischlin in der Bauernzeitung zur Preisentwicklung

Trotz tieferer Produktion verharrt der aktuelle Schlachtschweinepreis bei tiefen Fr. 3.70 / kg SG. Spielt der Schweinemarkt nicht mehr?

Tatsache ist, dass das Angebot in den letzten 12 Wochen im Durchschnitt pro Woche um 7% tiefer ausgefallen ist, als in der gleichen Zeitperiode im Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt wurden 2.6% weniger Schweine geschlachtet. Die Schlachtgewichte bewegen sich weiterhin bei knapp 90 kg. Leider haben die um rund 3‘500 Stück tieferen Schlachtungen pro Woche wenig Bewegung in die Schlachtschweine-Preisentwicklung gebracht. Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass mehrere Gründe dafür verantwortlich sind. Trotz Rekordschlachtungen in den Herbst- und Winterwochen 2017 konnten die Produzenten von einem politisch gestützten Schweinepreis profitieren. Eine grosse Anzahl dieser Schlachtkörper gelangte in den Tiefkühler und belastete den Schweinemarkt über den ganzen Winter bis in den Frühsommer 2018. Ab den Sommerferien fiel der Preis erneut wieder innert wenigen Wochen auf Fr. 3.30 / kg SG und erholte sich erst langsam wieder als die Angebote abnahmen. Leider genügen diese reduzierten Angebote um die laufende Nachfrage zu decken und so werden bzw. müssen keine Schlachtungen für die Kühllager gemacht werden. Will somit heissen, dass wir bereits über mehrere Wochen von einem gut versorgten und mehrheitlich ausgeglichenen Markt sprechen.

Wird somit der Schlachtschweinepreis nicht mehr steigen?

In den letzten Wochen wurden vermehrt Rinder- Muni- und Kälberschlachtungen getätigt, weil diese entsprechend lange Lagerzeiten vor den Festtagen brauchen. Dadurch wurden die Schweineschlachtungen tief gehalten. Diese dürften in den nächsten zwei bis drei Wochen leicht zunehmen und eine Preisverbesserung ist somit dringend notwendig. Im Weiteren werden die Schlachtschweinepreise mittelfristig bestimmt anziehen, da die Jagerangebote saisonal rückläufig ausfallen werden.

Der Jagerpreis ist in letzter Zeit kontinuierlich gestiegen. Was sind hier die Gründe?

Die Moren Bestände sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Zusätzlich war der schöne Sommer mit hohen Temperaturen nicht immer optimal für gute die Reproleistungen der Muttersauen. Dies hat negative Auswirkungen mit vermehrten Umrauschern und einem letztendlich tieferen Jagerangebot. Zudem wurden mehr Um- und Neubauten im Mastschweinebereich realisiert als prognostiziert. Dies führte in den vergangenen Wochen zu einem Nachfrageüberhang, welcher in den nächsten Monaten noch zunehmen wird. Folglich werden die Jagerpreise bis im Frühjahr weiter steigen. Ganz nach dem Motto – weniger ist mehr!

Wie läuft es bei den Schlachtmoren?

Schlachtmoren sind seit anfangs Herbst ein gefragter Artikel. Die Angebote sind unterdurchschnittlich, bessere Preise konnten realisiert werden. Züchter sind gut beraten, Muttersauen mit schlechteren Leistungen zur Schlachtung zu geben. Werden aktuell Sauen gedeckt, gelangen die Jager in den Sommermonaten auf den Markt. Eine Überversorgung an Mastjagern in dieser Zeit führt immer zu massiven Preiseinbrüchen.
Insgesamt können wir uns im nächsten Halbjahr auf einen gesunden Schweinemarkt freuen. Für den späteren Zeitpunkt werden die Weichen bereits heute gestellt!

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Xaver Fleischlin

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