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8. Februar 2019

Xaver Fleischlin in der Bauernzeitung - Der Schweinemarkt spielt!

Der Schweinemarkt hat sich in den letzten Monaten erfreulich entwickelt. Welches sind die entscheidenden Gründe dafür?

Der Hauptgrund liegt eindeutig bei der tieferen Produktion. Im letzten Quartal 2018 wurden gegenüber dem Vorjahr rund 6.6% weniger Schweine geschlachtet. Dies hatte zur Folge, dass keine überzähligen Schlachtkörper in die Tiefkühler eingelagert werden mussten, welche den Markt über Monate belastet hätten. Diese Marktbereinigung hat ebenfalls positive Auswirkungen auf den Morenmarkt. Aufgrund der tieferen Schlachtschweineangebote fehlen auch die Abschnitte für die Wurstproduktion. Dadurch wurde das Morenfleisch wieder zu einem gefragten Artikel und es können marktgerechte Preise realisiert werden.

Das heisst, weniger ist mehr?

In der Tat, der Schweinemarkt spielt grundsätzlich gut, nach dem Marktgesetz von Angebot und Nachfrage. So stieg der Jagerpreis innert fünf Monate um über 130% von Fr. 3.40 auf aktuell Fr. 8.10.
Auch der Schlachtschweinepreis erhöhte sich seit vergangenem August von Fr. 3.30 auf aktuell Fr. 4.20 / KG Schlachtgewicht und dies bei praktisch unveränderten Produktionskosten. Somit zeigt die aktuelle Marktsituation einmal mehr auf, dass schon geringe Produktionskorrekturen von 3 - 5% zu einer enormen Einkommensverbesserung führen. Demnach wird das erste Halbjahr 2019 für die Schweineproduzenten ein erfreuliches Ergebnis liefern. Für die weitere Zukunft wird entscheidend sein, wie viele Mutterschweine seit November 2018 in den Zuchtbetrieben besamt werden. Bekanntlich dauert es von der Besamung bis zur Schlachtung der daraus stammenden Tiere ca. 11 Monate. In Anbetracht des erneut gesunkenen Schweinefleischkonsums um rund 2.5% erträgt der Markt keine Produktionsausdehnung, ansonsten werden wir wieder einen erneuten Preissturz hinnehmen müssen.

Fette Schweinebrüste!

In den vergangenen Jahren haben die Schlachtgewichte der Schweine stetig zugenommen. Im 2018 lag das durchschnittliche Schlachtgewicht bei rund 90 Kilogramm. Dank dem züchterischen Fortschritt bewegen sich die Magerfleischanteile der Schlachtkörper insgesamt auf einem guten Niveau. Bei Mastbetriebe mit sehr hohen Masttageszunahmen und überdurchschnittlichen Schlachtgewichten nehmen beim Teilstück Brust die zu fetten Brüste überproportional zu. Dies führt zu einer Wertverminderung von diesem Teilstück. Die Folge davon ist, dass solche Brüste nur noch als Abschnitte verarbeitet werden können, anstelle von kostbarerem Rohessspeck. Deshalb ist diesem Phänomen in Zukunft vermehrt ein Augenmerk zu schenken.

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