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5. Juli 2019

Armin Troxler in der Bauernzeitung

Armin Troxler; stimmt es, dass bis jetzt noch viele Betriebe mit der Aufnahme in ein Schweinegesundheits-Plusprogramm zugewartet haben?

Mit aktuell rund 1450 Schweinebetrieben, welche in einem der beiden Plusprogramme SuisSano oder Savety Plus mitmachen, liegt die Zahl um rund 500 Betriebe klar unter dem angestrebten Soll.

Woran liegt dies, und was ist zu tun?

Grundsätzlich gibt es mehrere Gründe für die noch etwas zögernde Haltung für einen Programmeintritt. Einerseits liegt es in der Natur vieler Menschen, dass man gegenüber Veränderungen eher zurückhaltend ist und vorerst zuwartet, bis gewünschte Resultate vorliegen. Andererseits ist es auch so, dass das Programm in der Anfangsphase Startschwierigkeiten hatte, was in Anbetracht des Projektumfangs sicher verständlich ist jedoch nicht förderlich für Neuaufnahmen war. Diese Phase ist jetzt aber definitiv vorbei und nun geht es darum, die für die gesamte Branche verbindlichen Termine einzuhalten.

Sachverhalt

In den vergangenen Jahren stand die Tierproduktion im Zusammenhang mit der Verabreichung von Medikamenten zunehmend im Fokus der Gesellschaft. Vor allem der Einsatz von Antibiotika und den damit zusammenhängenden Resistenzen wurde medial vermehrt aufgegriffen. Die weise Voraussicht einiger Vertreter der Schweinebranche, genau in diesem Bereich Transparenz zu schaffen und wo nötig Verbesserungen zu erreichen, machte es möglich, dass schlussendlich ein Programm von der Branche selbst aufgebaut werden konnte. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette konnte eine tragbare Lösung erreicht werden, wo jeder seinen Anteil beisteuert aber auch davon profitiert.

Die Zeit drängt

In der Übergangszeit bis 31. März 2021 bezahlen alle Schlachtschweinekäufer einen Programmbeitrag von Fr. 2.-- pro Schlachtschwein. Dieser wird zu je 50 % auf Züchter und Mäster aufgeteilt. Ab 1. April 2021 ist das Mitmachen in einem Schweinegesundheits-Plusprogramm obligatorisch und zwar für alle Labelprogramme (QM, IPS, CNf, Bio). Wer jetzt den Eindruck hat, besser noch etwas mit der Programmaufnahme zuzuwarten, der täuscht sich. Denn es wird nicht möglich sein, kurz vor Ablauf der Übergangsfrist einen Programmeintritt machen zu können. Die personellen Ressourcen sind begrenzt und so werden die Programmaufnahmen nach Eingang der Anmeldungen erfolgen.

Was passiert mit den Betrieben, die sich zu spät anmelden?

Es jetzt schon klar, dass Mastjager und Schlachtschweine von Betrieben ohne Gesundheits-Plusstatus einen deutlichen Minderwert haben werden. Wie hoch dieser Minderwert sein wird, ist noch nicht bekannt, aber er dürfte schmerzlich sein. Darum empfehle ich jedem Schweinezucht und –mastbetrieb sich jetzt anzumelden.

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Armin Troxler

Geschäftsleitung
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