landw zeitungen de ch
1. Dezember 2017

Armin Troxler in der Bauernzeitung über die Schweinepest

Armin Troxler, wie gross schätzen Sie die Gefahr der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest in die Schweiz ein?
Auf den ersten Blick könnte man zu einer trügerische Einschätzung kommen und meinen, dass sich die Afrikanische Schweinepest noch weit weg von uns abspielt und somit für unsere Schweinebestände keine besondere Gefahr bedeuten wird. Doch bei genauerer Betrachtung des Krankheitsverlaufs und der schnellen Ausdehnung in den vergangenen Jahren und Monaten ist grosse Vorsicht geboten.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende fieberhafte Viruskrankheit bei Schweinen, welche sich im klinischen Bild nicht wesentlich von der klassischen Schweinepest unterscheidet. Der Verlauf der Krankheit kann je nach Virulenz und gegebenenfalls im Zusammenhang mit dem Alter der Tiere akut oder chronisch verlaufen. Bei der akuten Krankheitsform verläuft die Infektion sehr schnell, begleitet von hohem Fieber bis über 42°C. In der Regel kommt es zu einer Blauverfärbung der Haut, Hustenanfällen, Atemnot, aber auch blutigem Durchfall und Erbrechen. Die Mortalität beträgt bei diesem Verlauf bis zu 100%. Die chronische Verlaufsform der Afrikanischen Schweinepest weist hingegen keine charakteristischen Merkmale auf und wird oft mit anderen Schweinekrankheiten wie Rotlauf verwechselt. Typisch bei dieser Form sind oft Gelenksentzündungen, Aborte oder lebensschwache Ferkel. Dazu muss gesagt werden, dass bis heute keine prophylaktische Impfung zur Verfügung steht.

Die Übertragungsmöglichkeiten sind vielfältig und unberechenbar. Einerseits ist es der Mensch durch seine Mobilität. Insbesondere Touristen, Transporteure und Gastarbeiter aus Osteuropa, aber auch Jäger, welche in diese Gebiete reisen, stellen eine grosse Verschleppungsgefahr dar. Dem Mensch selber kann die Krankheit zwar nichts antun, hingegen ist er Virentransporteur. So etwa durch das Wegwerfen von Essensresten, denn es ist nachgewiesen, dass das Virus beispielsweise in Fleischtranchen (Sandwich) länger als ein Jahr überleben kann.

Anstellung und Rückkehr von Gastarbeitern aus diesen Gebieten ist deshalb genauer zu überprüfen (kontaminierte Kleider, mitgebrachtes Fleisch, Kontakt mit Tieren im Herkunftsland vor der Anreise usw.). Andererseits wird die Afrikanische Schweinepest auch durch Tiere, insbesondere durch Wildschweine, verschleppt. In diesem Zusammenhang wird den künstlich geschaffenen Wildkorridoren eine bedeutende Rolle zukommen. Deshalb empfehle ich jedem Betriebsleiter, der Biosicherheit in seinem Schweinebetrieb grosses Augenmerk zu geben.

troxler armin web 215A0634

Sind Sie an weiteren Informationen interessiert?

Armin Troxler

Geschäftsleitung
Finanzen, Administration, Zuchtprogramm
041 925 73 00
armin.troxler@agrifera.ch