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11. Dezember 2018

Armin Troxler in der Bauernzeitung - Schweinemarkt 2018

Armin Troxler; es scheint, dass die befürchtete Schweinemarktmisere 2018 ausbleiben würde. Wurde in vergangener Zeit Panikmache betrieben und ist der Schweinemarkt jetzt längerfristig im Lot?
Kurz zusammengefasst, würde ich diese Frage als „weder noch“ beantworten. Wie uns bekannt ist, läuft die Übergangsfrist im Zusammenhang mit dem Vollspaltenverbot per 31. August ab und das Flächenangebot für Mastschweine beträgt im Bereich QM neu 0.9 m2. Somit können Stallungen, welche die neuen Gesetzesanforderungen nicht erfüllen, seit ca. Mitte Mai nicht mehr für die Mast bestossen werden bzw. die Belegung fällt vielerorts um rund 1/3 tiefer aus.

Trotzdem ist der Jagermarkt in den vergangenen, sonst eher schwierigen Wochen flüssig verlaufen. Wo liegen die Gründe dafür?
Seit 2016 und insbesondere im letzten Jahr hat die gesamte Branche die Produzenten über die bevorstehende Herausforderung informiert. Die von Suisseporcs gemachte Umfrage bei den Mästern erbrachte damals einen Wegfall von rund 60‘000 Mastplätzen. Auf der anderen Seite hatten wir in den vergangenen drei Jahren einen um rund 5 % zu hohen Inlandversorgungsgrad von über 96 %. Es zeichnete sich also ein krasses Missverhältnis zwischen Zucht und Mast ab. Die einheitliche und über längere Zeit andauernde Kommunikation an die Produzenten, ihre Produktion zu senken führte dazu, dass vermehrt Moren der Schlachtbank zugeführt wurden und damit die Produktion zumindest kurzfristig zurückgefahren wurde. Auf der anderen Seite können wir davon ausgehen, dass netto weniger Mastplätze abgebaut wurden, als noch vor zwei Jahren davon auszugehen war.

Wie markant die Hebelwirkung des Produktionsniveaus auf die Preisgestaltung ausfällt, zeigt der Preisvergleich bei den Jagern von Fr. 3.90 im Vorjahr zu aktuell Fr. 5.50, was einem Mehrpreis von 40% entspricht! Die Meinung, der Schweinemarkt sei nun im Lot und längerfristig saniert, ist jedoch weit verfehlt. Auf dem Schlachtschweinemarkt sind die enormen Mehrmengen vom ersten Quartal immer noch spürbar. Im Detailhandel finden trotz sehr gutem Grillwetter jetzt noch Auslagerungen aus den Tiefkühllagern statt. Dies verhinderte eine Preisnotierung von mehr als Fr. 4.20.

Ich hoffe, dass der aktuelle Marktverlauf nicht zu trügerisch wirkt und empfehle daher allen Schweineproduzenten dringend ihre Produktion in Zukunft mit Mass zu gestalten.

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Armin Troxler

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